Svenja's Rassemeerschweinchen

 

     
 

Warum ein (Rasse)Meerschweinchen von einem Hobby(rasse)züchter?

 
     
  Auf dieser Seite möchte ich mich mal mit der Frage beschäftigen, die sich vielleicht doch recht viele  
  Stellen.  
  Was sind also die Vor- oder auch Nachteile, die Tiere bei einem Hobbyzüchter zu kaufen? Erst einmal  
  sollte sich jeder im klaren sein, dass so ein Tier, so lange es lebt, tägliche Pflege benötigt. Erst dann  
  sollte man sich Tiere ins Haus holen.  
  Meine Erfahrungen und auch die Erfahrungen einiger anderer Meerschweinchenhalter zeigen, dass  
  Meerschweinchen, die von einem Hobbyzüchter kommen, viel zahmer und vitaler sind. Doch woran  
  liegt das? Zum einen beschäftigt sich ein Hobbyzüchter viel mehr mit seinen Tieren. Beispielsweise  
  verbringe ich jeden Tag mindestens eine Stunde im Stall nur für das Füttern! In dieser Zeit bekommt  
  jedes Meerschweinchen auch seine Streichel- und Kuscheleinheiten, wenn es möchte. Die Zeit für das  
  Ausmisten und für den Schweinetüv inkl. Fellpflege beträgt um einiges mehr! Auch achtet ein     
  verantwortungsbewusster Hobbyzüchter darauf, dass seine Zuchttiere keine Erbdefekte haben, die  
  Tiere kräftig genug sind für die Zucht und die Zuchttiere auch genügend Erholungszeitraum zwischen  
  den Zuchtperioden hat. Jedes Schweinchen bekommt die Zeit zum Erholen, die es benötigt!  
  Die Tiere aus den Zoogeschäften kommen meistens aus Massenvermehrungen. Dort werden die Tiere  
  teilweise unter schrecklichsten Bedingungen gehalten und "produziert". Erbdefekte spielen dort  
  keine Rolle. Auch das Alter und die Kondition der Tiere sind Nebensache. Oft werden viel zu junge und  
  schwache Tiere eingesetzt. Die Weibchen bekommen einen Wurf nach dem anderen; sie haben keine  
  Zeit sich zu erholen. Wird das Tier dann krank oder bringt es nicht mehr die erwünschte Leistung,  
  wird es "entsorgt". Großartig Menschenkontakt haben die Schweinchen nicht. Sie bekommen nur ihr  
  Futter und werden, wenn es wirklich nötig ist, sauber gemacht. Die jungen Schweinchen werden früh    
  von der Mutter getrennt und in die Geschäfte geliefert, wo sie auch ständig im Stress sind. Dass solch  
  ein Tier dann schreckhaft ist und teilweise nie richtig zahm wird, sollte einen dann nicht wundern. Auch   
  haben  die Schweinchen nie wirklich gelernt, mit anderen Schweinchen richtig zusammen zu leben. Dies  
  habe ich selbst schon erlebt. Wenn man sich für ein Tier von einem Hobbyzüchter entscheidet muss man   
  Wartezeiten in kauf nehmen, die man bei einem Zoogeschäft zwar nicht hat, aber meiner Meinung nach  
  sollte man auch mal ein wenig warten können, wenn man ein gut sozialisiertes und gesundes Tier haben  
  möchte. Ich bin total gegen diese "Spontankäufe", wo man ein Tier nur kauft, weil man dieses gerade  
  niedlich findet, man aber absolut gar nichts über das Tier und der Haltung weiß. Auch bin ich teilweise    
  von dem sogenannten "Fach"personal enttäuscht, die scheinbar gar nichts über die Tiere wissen.  
  Oft hört man noch, dass man Meerschweinchen auch alleine oder mit einem Kaninchen halten kann  
  oder das Böcke stinken. Dies stimmt absolut gar nicht! Ein Hobbyzüchter berät einen so gut es geht    
  und steht einem auch nach dem Kauf noch mit Rat zur Seite. Viele bieten auch Urlaubspflege und  
  kostenloses Krallenschneiden an. All diesen "Service" gibt es bei einem Zoogeschäft zum Beispiel nicht.  
  Im enddefekt sollte jeder sich überlegen, ob er sich eine kleine Persönlichkeit in die eigenen vier  
  Wände holt, oder ob er sich mal "eben schnell" ein Tier besorgen will.  
     
  Ich kann nicht mit Garantie sagen, dass alle Schweinchen aus den Zoogeschäften so "produziert" wurden.    
  Das Geschriebene beruht auf eigenen und fremden Erfahrungen und auf die Fotos und Berichte die ich  
  gesehen und gelesen habe! Ob dies heute auch noch so praktiziert wird, kann ich nicht sagen, aber ich  
  vermute es!  
     
  Zum Schluss noch einige Geschichten, teils aus Amerika, die einem wirklich die Tränen in die Augen   
  schießen lässt, wenn man auch nur ein wenig Mitgefühl hat.  
     
     
 

Die Geschichte vom Lea

Ich weiß nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin.
Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns.
Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell,
aber sie war oft krank und sehr dünn.
Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern.
Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben.

Als sie mich meiner Mutter wegnahmen,
hatte ich furchtbare Angst und war so traurig.
Meine Milchzähne waren kaum durchgestoßen
und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht.
Arme Mama, es ging ihr so schlecht.
Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten
und dass das Geschrei meiner Schwester und mir, ihnen auf die Nerven ginge.

So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht.
Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten ohnmächtig vor Angst.
Niemand kam, um uns zu trösten.
All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche,
wir sind in einem "Petshop", einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt.
Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen.
Wir hören auch das Wimmern von anderen Welpen.
Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig.
Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten.
Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh.
Oft hören wir sagen "oh, sind die süß, ich will eines",
aber dann gehen die Leute wieder fort.

Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben.
ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt,
wie das Leben aus dem dünnen Körper gewichen ist.
Ich soll verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme.
Niemand beachtet mein leises Weinen, als meine kleine Schwester weggeworfen wird.

Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft!
Jetzt wird alles gut. Es sind sehr nette Leute,
die sich tatsächlich für mich entschieden haben.
Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei
und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen.
Ihr Vater und ihre Mutter sagen, ich sei ein ganz süßes und braves Hundchen.

Ich heiße jetzt Lea.

Ich darf meine neue Familie auch abschlabbern, das ist wunderbar.
Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht,
passen gut auf mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe.
Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und es gibt
nichts Schöneres als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.

Erster Besuch beim Tierarzt.
Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen.
Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft
und sagte es wäre o.k., dann entspannte ich mich.
Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen,
sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte etwas von schweren Mängeln
und von Dysplasie E und von Herz zwei. Er sprach von wilden Zuchten
und dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien.
Ich habe nichts von alledem begriffen,
aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen.

Jetzt bin ich sechs Monate alt.
Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark,
aber mir tut jede Bewegung weh. Die Schmerzen gehen nie weg.
Außerdem kriege ich gleich Atemnot,
wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will.
Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht.
Vater und Mutter sprechen über mich.
Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen.

In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hieß es
"genetisch" und "man kann nichts machen".
Ich möchte draußen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen,
möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht.
Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je.
Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen um zu trinken
nur noch schreien vor Schmerzen.

Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los? 
War ich böse? Sind sie am Ende böse auf mich? 
Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich.
Ach, wenn nur diese Schmerzen aufhörten!
Ich kann nicht einmal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchen ablecken,
aber wenigstens erreiche ich ihre Hand.

Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst.
Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben.
Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken.
Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich
und ich empfinde etwas weniger Schmerzen. Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft,
ein kleiner Stich ...... Gott sei Dank, der Schmerz geht zurück.
Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit.

Ein Traum:
Ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer großen grünen Wiese.
Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Frieden und Glück.
So sage ich meiner Menschenfamilie "Auf Wiedersehen" auf die einzig mir mögliche Weise:
Mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.

Viele glückliche Jahre wollte ich mit euch verbringen, es sollte nicht sein.
Statt dessen habe ich euch so viel Kummer gemacht.
Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware.

Lea
©1999 J. Ellis - bewilligte Übersetzung von E. Witter

Diese Geschichte kann und soll weitergegeben werden und somit darf sie kopiert werden. Auch auf andere HP´s.

 

 Meerschweinchen Schnuffi`s Weg durchs Leben

An einem heißen Tag ende Juli kam ich zur Welt. Mir war ganz mulmig zu mute weil alles so neu und ungewohnt für mich war. Zum Glück hatte ich meine 2 Geschwister zum Kuscheln die genauso viel Angst hatten wie ich.
Wenn nur dieser eklige Geruch nicht wäre, ich fragte mich woher das wohl kam? Meine Frage blieb erst einmal unbeantwortet weil ich mich nicht aus der Ecke traute in der ich saß. Durch die anstrengende Geburt war ich total fertig und legte mich ins nasse Streu und schlief zitternd ein.
Am nächsten Morgen weckte mich Mami mit ihrer rauhen Zunge. Sie wackelte sehr und konnte sich kaum auf den Beinchen halten. Ich hatte solchen Hunger und schlüpfte unter den wankenden Bauch von Mami um die Zitzen zu suchen. Nach erfolgreicher Suche saugte und saugte ich wie wild, doch vergebens. Es wollte einfach nichts aus Mami`s Zitzen kommen. Dabei hatte ich doch Hunger wie ein Bär.
Plötzlich hörte Mami auf zu wanken und lies sich langsam auf meinen Kopf nieder, schnell konnte ich ihn noch zurückziehen.
"Mami was ist denn los"? schrie ich. Doch sie rührte sich nicht mehr.
Ich erschrak und rannte warlos umher. Bis ich auf einmal Schritte hörte und große Hände in den Käfig greifen sah. Diese Hände nahmen meine Mami raus und steckten sie in einen großen braunen Sack der so eklig roch.
“Lasst meine Mami da, lasst sie hier, nehmt sie mir nicht weg”!
Mein Kopf senkte sich und ich verstand das sie nicht mehr zurück kommt. Was soll ich nur tun und wer kümmert sich jetzt um mich und meine Geschwister?
Ich konnte vor lauter Aufregung nicht mehr und das Atmen tat mir auch schon wieder weh. Ich legte mich schweratmig und mit knurrenden Magen in meine Ecke zurück wo meine Geschwister apatisch saßen.
Wenige Zeit später kamen die Hände wieder, nahmen mich und meine Geschwister hoch und begutachteten uns. Ich hörte wie eine tiefe kalte Stimme sagte:”Dieses Kerlchen nehmen wir mit und die anderen Beiden die schaffen es sowieso nicht.”
Pepe und Polli, meine Geschwister, setzten sie zurück. Ich sah wie sich der Abstand zwischen uns vergrößerte und verstandt es nicht. Die Tränen kullerten mit übers Fell. Und nun war ich ganz alleine in einem engen Karton in den sie mich packten.

Nach einiger Zeit, ich weiß nicht wie ich dort hin kam da ich vor Erschöpfung eingeschlafen war, hielten mich zwei warme Hände fest und streichelten mir übers Fell. Ich blickte hoch und sah wie mich ein besorgtes Gesicht ansah. Das Kraulen tat gut nur hatte ich so mächtig Hunger das ich gleich meinen Kopf wieder fallen lies. Ich war so schwach und das Stechen in meiner Brust begann erneut.
Es näherte sich ein komisches Plastikding und wurde mir in den Mund gesteckt. “Was ist denn das?” dachte ich. Aber als ich merkte das da was rauskam probierte ich zaghaft. Es schmekte nicht schlecht und deshalb begann ich zu fressen. Ich konnte nur langsam schlucken aber es tat gut. Dadurch kam ich zu Kräften und es ging mir schon wesentlich besser.
Ich wurde zu Charli, mein neuer Kammerad, gesetzt der schon sehr alt und träge war. In diesem Stall war es so schön trocken und warm durch das rote Licht das über mir hing.

Charli beachtete mich erst gar nicht, doch dann stand er auf und kam langsam zu mir rüber. Er begrüßte mich mit den herzigen Worten:”Du brauchst dich nicht zu fürchten, hier ist es recht nett”. Ich wollte von ihm wissen wo ich denn jetzt wäre er antwortete mir:”Tja, so genau kann ich Dir das auch nicht sagen, nur das hier noch ein großer Raum ist mit vielen Meerschweinchen die in engen Glaskäfigen sind. Manchmal kommen Leute vorbei die eins mitnehmen.”
“Woher weist Du das” fragte ich ihn. “Ich saß lange Zeit dort und
habe vieles gesehen”gab er mir zu wissen.

Nach vielen Tagen war ich schon wieder gut bei Kräften da ich fleißig gefressen hatte. Charli zeigte mir auch das Heu und Körnerfutter lecker schmeken. Ich tollte herrum obwohl es mir sehr schwer viel mit der Luft, längere Zeit konnte ich es jedoch nicht durchhalten.

Am nächsten Tag hörte ich zufällig wie sich zwei Stimmen laut unterhielten. Eine sagte:”Nun ist schluß, er ist jetzt kräftig genug. Ich habe Dir von Anfang an gesagt das dieses Schnaufschwein nicht hier in der Wohnung bleibt. Er kommt jetzt rüber zu den Anderen. Außerdem reicht eine Meersau die du aus Mitleit aufnimmst”.

Schritte näherten sich und ich wurde von meinem liebgewonnenen Freund getrennt.
Und nun sah ich diese Glaskäfige mit den vielen Meerschweinchen die sich nur wenig bewegen konnten durch den mangelden Platz der dort herschte.
Ich wurde einfach so darein gesetzt. Aus Panik rannte ich in das linke Häuschen und blieb dort ersteinmal sitzen. Schnaufent saß ich nun da bis ein größeres Schweinchen kam und mich hinaus jagte.
Das war jedoch mein Glück denn da standen Leute und bekukten mich. “Mama den will ich haben, bitte, erlaubst Du?”schrie eine helle Stimme.

Herzerbarment willigte die darauferklingende Stimme ein.

Und so kam ich wieder in ein neus Heim das auch mein letztes sein sollte.
Ich war über glücklich als ich aus dem engen Glaskäfig hinaus kam und in eine schönen großen Holzstall einziehen durfte.
Dort empfingen mich “Knollennase” und “Spitznase” die zwei Meerschweinchenbrüder gaben mir gleich das Gefühl der Vertrautheit. Und so lebte ich mich sehr schnell ein.

Ich hatte viel Spaß mit ihnen, wir tollten durch den Stall, knabberten an Ästen bis sie ganz klein waren, mopsten uns gegenseitig Salatblätter und teilten uns brüderlich das Heu. Besonders witzig war als Knollennase und ich genüsslich an ein und dem selben Heuhalm knabberten. Es war ein sehr langer Halm und wir bemerkten zuerst nicht das wir den selben anfutterten. Erst als wir mit den Schnäuzchen aneinander stießen...das fand ich besonders lustig.

Doch dann kam der Tag an dem wir, wie so oft, durch den Stall tobten. Diesmal war alles anderst. Ich konnte schon nach den ersten Sprüngen nicht mehr. Es war schlimmer als je` zu vor mit meiner Atmung, ich saß da und atmete sehr tief und schnell.
Dies merkte auch “Nino”, der kleine Junge der mich immer so liebevoll gestreichelt und mit Salatgurke gefüttert hatte.
“Mami, Mami Schnuffi benimmt sich so komisch” schrie er lauthals los.
“Oh mein Gott, ja du hast recht” erwiederte seine Mutter, sie nahm mich sachte hoch und packte mich in die Transportbox und fuhr mit mir und Nino zum Tierarzt.
Dort angekommen, ich kämpfte immernoch etwas mit der Luft, sah ich wie Nino ein tief trauriges Gesicht machte als der Tierarzt mich untersuchte.
Der Arzt nahm langsam sein Stetoskop, mit dem er mich abhörte, aus den Ohren und legte es neben mich hin.
Seine Mine war sehr ernst.
“Ich habe eine sehr schmerzende Mitteilung an sie” gab er zu verstehen und holte tief Luft dabei.
“Der Kleine hat einen angeborenen Lungenfehler den man nicht beheben kann. Um den Süßen nicht unnötig zu quälen würde ich ihnen raten Schnuffi zu erlösen”.
Nino fing bitterlich zu weinen an und zitterte am ganzen Körper. Mit aller Kraft nickte Nino mit seinem Kopf und willigte schweren Herzens ein. Nun verstand ich.
Mit einer befüllten Spritze die eine spitze Nadel hatte, kam der Tierarzt auf mich zu. Ich hatte wahnsinnige Angst.

Der Einstich schmerzte, jedoch vernahm ich Nino`s schrilles aufschreien viel mehr als den Stich.
“Weine nicht mein kleiner Freund du kannst doch nichts für mein Leid”. Rukartig wurde es mir schwummerig vor den Augen. Ich sah noch wie Nino aus dem Raum rannte. Mir war so schwer um`s Herz, ich wollte doch gar nicht das Nino so traurig wegen mir ist.
Eigentlich wollte ich mit ihm noch viele Jahre verbringen und mit Knollennase und Spitznase herrumtollen und im hohen Gras verstecken spielen.
“Warum muss das jetzt ein Ende haben”?
Ich wurde immer müder, meine Augen schlossen sich langsam und ich schlief ein.
Lieber Gott öffne Deine Pforten und gib mir weiße große Flügel damit ich unbeschwert zu Dir gelangen kann.

 

 

Geliebtes Herrchen

Am Morgen bist Du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt.

Du nahmst meine Leine, ich war glücklich!

Noch ein kleiner Spaziergang vor dem Urlaub. Hurra !

Wir fuhren mit dem Wagen und Du hast am Straßenrand angehalten.

Die Tür ging auf und Du hast einen Stock geworfen !

Ich lief und lief, bis ich den Stock gefunden und zwischen meinen Zähnen hatte, um ihn Dir zurückzubringen !

Als ich zurück kam warst Du nicht mehr da !

In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen, um Dich zu finden, aber vergebens !

Ich lief Tag für Tag, um Dich zu finden und wurde immer schwächer !

Ich hatte Angst und großen Hunger .

Ein fremder Mann kam und legte mir ein Halsband um und nahm mich mit.

Bald befand ich mich in einem Käfig und wartete dort auf Deine Rückkehr.

Aber Du bist nicht gekommen !

Dann wurde der Käfig geöffnet.

Nein, Du warst es nicht.

Es war der Mann der mich gefunden hat.

Er brachte mich in einen Raum, es roch nach Tod !

Meine Stunde war gekommen.

Geliebtes Herrchen, ich will, das Du weißt, dass ich mich trotz des Leidens das Du mir angetan hast, noch stets an Dein Bild erinnere

und falls ich noch einmal auf die Erde zurück kommen könnte, ich würde auf Dich zulaufen, denn ich hatte Dich lieb !

- Dein Hund -

Dieser Brief ist in einer belgischen Zeitung erschienen mit der ausdrücklichen Bitte um Verbreitung und Nachdruck.

Er regt sicher viele Menschen zum Nachdenken an.

Verantwortlich für den Text ist ausschließlich die Autorin

Wie konntest Du nur ??

Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen.

Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund.

Immer, wenn ich böse war, erhobst Du Deinen Zeigefinger und fragtest mich

Wie konntest Du nur?

Aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.

Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn Du warst furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff.

Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte schöner nicht sein.

Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis( ich bekam immer nur die Waffel, denn Eiskrem ist schlecht für Hunde, sagtest DU), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete.

Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen.

Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest.

Sie, jetzt Deine Frau, ist kein Hundemensch- trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr.

Ich war glücklich weil Du glücklich warst.

Dann kamen die Menschenbabys, und ich teilte Deine Aufregung darüber.

Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern.

Nur, dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder meiner Hütte.

Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem Gefangenen der Liebe.

Als sie aber größer waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase.

Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührungen denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden.

Und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre.

Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und  gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt.

Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich.

In den letzten Jahren hast Du nur noch mit Ja geantwortet und das Thema gewechselt.

Ich hatte mich von Deinem Hund in einen Hund verwandelt, und jede Ausgabe für mich, wurde Dir ein Dorn im Auge.

Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind.

Du hast die richtige Wahl für Deine Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie.

Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir im Tierheim ankamen.

Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit.

Du fülltest die Formulare aus und sagtest Ich weiß, Sie werden ein gutes Zuhause für sie finden.

Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu.

Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in mittleren Jahren erwartet, auch mit Stammbaum.

Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie Nein, Papa! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!

Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest,

über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben.

Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet.

Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.

Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden.

Sie schüttelten den Kopf und fragten

Wie konntest Du nur?.

Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht.

Natürlich werden wir gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren.

Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnung, das seiest Du- dass Du Deine Meinung geändert hättest- dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei... oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte.

Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.

Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum.

Ein angenehm ruhiger Raum.

Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles im Ordnung.

Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der Erleichterung.

Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen.

Meiner Natur gemäß war ich aber eher um sie besorgt.

Ihre Aufgabe lastete schwer auf ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte.

Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne über ihre Wange floss.

Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte.

Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte

Wie konntest Du nur ?.

Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb

Es tut mir ja so leid

Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich allein gestellt wäre- einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort.

Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit meinem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein

Wie konntest Du nur?

nicht ihr gegolten hatte.

Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.

Möge Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen.

Jim Willis 2001

Übersetzt aus dem Amerikanischen von Elvira Rösch & Nicole Valentin- Willis